Katharina Krüger als Nummer 8 der Weltrangliste beim ITF Wheelchair Masters im Doppel und Einzel

Zunächst wird Katharina vom 22. – 26. November in Holland am Doubles Masters teilnehmen, das sie mit der Italienerin Giulia Capocci (Italien) spielt.
Im Feld der sechs besten Doppel ist die deutsch-italienische Paarung an Fünf gesetzt.
Anschließend geht es vom 29. November bis 03. Dezember nach England, wo Katharina im Achterfeld des Single Masters zum zweiten Mal nach 2009 gegen die besten Spielerinnen der Welt antreten wird.

Wir wünschen alles Gute und drücken die Daumen!

B. Loddenkemper

Sensationeller Erfolg für Katharina Krüger

Sensationeller Erfolg für Katharina Krüger

Bei den Sardinia-Open errang Katharina Krüger sowohl den Einzel- als auch den Doppeltitel. Im Einzelfinale setzte sie sich mit 3/6; 6/2; 6/2 gegen die Französin Charlotte Famin durch. Erst zum zweiten Mal in ihrer Karriere konnte sie ein Rollstuhltennisturnier der Kategorie eins gewinnen.

Überzeugen konnte auch unser Quad-Spieler Maximilian Laudan, der sich erst im Finale dem Weltranglistenersten David Wagner (USA) geschlagen geben musste.

David Wagner und Team Japan triumphieren doppelt


Der Finaltag der German Open hielt einige Überraschungen bereit. Alle Spiele wurden, wie gestern Abend, in der Tennishalle des BTTC Grün-Weiß e.V. ausgetragen.

Das erste Spiel des heutigen Tages sollte eigentlich gestern ausgetragen werden. Doch nach Absprache mit den Athletinnen fand das zweite Halbfinale heute Morgen statt. Die Japanerin Yui Kamiji hatte ordentlich zu kämpfen, um dann über drei Sätze das Match für sich zu entscheiden. „Die Südafrikanerin Montjane Kgothatso hat mich richtig gefordert, ich bin jetzt müde.“ Keine zwei Stunden später musste Sie dann das Damenfinale gegen Lokalmatadorin Katharina Krüger bestreiten. Krüger zeigte sich vor dem Spiel gut gelaunt, ja förmlich entspannt. Das konnte Sie leider nicht mit ins Spiel nehmen. Die Weltranglistenerste Kimiji triumphierte auf der ganzen Linie in 6:0 6:1 und zeigte Krüger, warum sie zu Recht die Nummer eins ist.
Maikel Scheffers hatte mit dem Japaner Takeshi Sanada einen knallharten Konkurrenten um den Sieg im Herren Einzel. Nach einem 6:3 7:5 feierte das Publikum einen neuen Sieger. Japan kann feiernd die Reise zum nächsten Turnier nach Belgien antreten.

Im Quad Einzel gab es ein Generationen Duell. David Wagner (USA) fand in dem jungen Niederländer Sam Schröder einen grandios aufspielenden Gegner, mit dem in den nächsten Jahren zu rechnen ist. Der 18jährige drehte ordentlich auf und spielte über sich hinaus. Den 27 Jahre älteren Wagner brachte das aber nicht aus der Ruhe, dass er über 3 Sätze spielen musste. Die Erfahrung siegte in diesem Fall mit 6:3 2:6 6:2. Beiden blieb ebenfalls nicht lange Zeit zum Verschnaufen, da das Quad Doppelfinale mit ihnen noch auf dem Plan stand. Das amerikanische Duo David Wagner/ Bryan Barten schlug gegen Heath Davidson (AUS)/ Sam Schröder (NED) auf. Wagner merkte man im ersten Satz deutlich das Einzel an, die Spritzigkeit fehlte. Davidson und Schröder zeigten abermals großes Tennis. Sie gewannen den ersten Satz 7:6. Dann häuften sich aber die Fehler, was gewohnt lautstarke Emotionen bei dem Australier Davidson hervorrief. Schröder war dagegen eher der Ruhepol. Wagner/Barten drehten im zweiten Satz den Spieß und kämpften sich stetig ran. Mit einem Match-Tiebreak gelang Wagner an der Seite von Barten der Sieg und somit der Doppeltriumph des Turniers.

Das Heimpublikum durfte im Schlussmatch des Turniers den Deutschen Steffen Sommerfeld an der Seite seines Doppelpartners Eliphas Maripa anfeuern. Beide fanden leider nicht ins Spiel gegen das holländische Duo Maikel Scheffers/ Ruben Spaargaren. Mit 6:4 und 6:1 war es eine klare Angelegenheit. Scheffers konnte sich somit dann doch noch einen „Bärenpokal“ sichern. Steffen Sommerfeld war hauptsächlich glücklich über seinen Gesundheitszustand, das er in der Lage war schmerzfrei zu spielen. „Mit meinem Doppelpartner und Freund Eliphas hat es einfach nur Spaß gemacht zu spielen. Durch den Belagwechsel, wurde das Spiel sehr schnell und wir hatten heute einfach das Nachsehen.“, so Sommerfeld nach der Siegerehrung. Maikel Scheffers Kommentar nach dem siegreichen Spiel „Wir hatten einfach eine tolle Woche als Nationalteam. Im Finale kann ich behaupten, dass wir die gesamte Zeit überlegen waren, ohne das es überheblich klingen soll!“

Pressemitteilung German Open Tag 4, Yvonne Glöde
Fotos: Claudio Gärtner

29. German Open im Rollstuhltennis

Tennis-Elite zu Gast in Berlin! Auf den Sandcourts der Zehlendorfer Wespen finden die 29. German Open im Rollstuhltennis statt. Die nationale und internationale Weltspitze kämpft bei dem ITF 2-Turnier um insgesamt 20.000 $ Preisgeld.

Hier ein Link zu einem Bericht über die German Open 2017 im rbb am Ende von “Sport am Samstag”:
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Dauerregen zwingt Sportler in die Tennishalle


Der Tag begann sehr gut und sonnig mit dem Halbfinale der Quad Herren im Einzel. Der Vorjahresgewinner David Wagner setzte sich gegen den Australier Heath Davidson 7:5 7:5 durch. „Ich habe mein Spiel heute genossen, da ich mich gut gefühlt habe und meinen Spielplan umsetzen konnte. Auf die beiden morgigen Spiele schaue ich erwartungsvoll entgegen und werde wie immer versuchen, mein bestes Tennis zu zeigen.“, so Wagner nach dem Spiel. Im zweiten Halbfinale hatte Wagners Teamkollege Bryan Barten, nicht so viel Glück und verlor in drei Sätzen gegen den Niederländer Sam Schröder.

Das Quad Doppelfinale der Herren findet morgen statt.

In der Trostrunde dieser Kategorie setzte sich ebenfalls eine Spielerin aus dem holländischen Team durch. Dorrie Timmermans-van Hall gelang ein sehr souveräner Sieg gegen ihren männlichen Kollegen Markus Wallner (AUT).

In den beiden Herren Halbfinals setzten sich erwartungsgemäß Maikel Scheffers (NED) und der Japaner Takashi Sanada durch.

In der Trostrunde gewann der Pole Adam Kinowski gegen den Italiener Bruno Calucci.

Das deutsche Damenhalbfinale zwischen Katharina Krüger und Sabine Ellerbrock fand leider ein viel zu frühes Ende. Ellerbrock musste sich ihren körperlichen Beschwerden hingeben und verletzungsbedingt das Spiel im ersten Satz beim Stand von 4:4 aufgeben. „Es ist nicht schön für mich durch eine Aufgabe zu gewinnen. Ich wünsche Sabine gute Besserung! Für mich war es persönlich ein sehr gutes Spiel und ich bin stolz auf meine Leistung.“ Das zweite Damenhalbfinale wird erst morgen ausgespielt. Aufgrund der heftigen Regenfälle waren die Courts unbespielbar. Nach Rücksprache mit den Athleten wurden einige Matches auf morgen verlegt, andere in die Halle des BTTC Grün-Weiß e.V.

Die Dänin Louise Charlotte Willerslev-Olsen bezwang die Niederländerin Ilse van der Burgwal in der Trostrunde 6:3 6:4.

Das lange Warten und den Wechsel auf den Hallenbelag haben das Damen Duo Giulia Capocci (ITA)/Yui Kamiji (JAP) am Besten gemeistert und gewannen das Doppel Finale. Die Italienerin Capocci war Minuten nach dem Triumph noch ganz aufgeregt „Ich habe hier gerade an der Seite der Weltranglisten Ersten gespielt, was für mich schon eine Ehre war und dann noch auf meinen ungeliebten Hallenbelag. Einfach fantastisch.“.

Der Finaltag wird wieder ab 9 Uhr starten.

Pressemitteilung German Open Tag 4, Yvonne Glöde
Fotos: Claudio Gärtner

Der Weg zu den German Open Wheelchair Tennis lohnt sich

Der Weg zu den German Open Wheelchair Tennis lohnt sich

Interview mit Dr. Beate Loddenkemper

Sie ist die „gute Seele“ der German Open Wheelchair Tennis, die aktuell auf der Anlage des SV Zehlendorfer Wespen in Berlin ausgetragen werden:
Dr. Beate Loddenkemper. Von 2011 bis 2016 war die gelernte Allgemeinmedizinerin Turnierdirektorin des internationalen Turniers. In diesem Jahr unterstützt sie ihren Nachfolger Martin Melchior tatkräftig bei der Vorbereitung und Durchführung der Veranstaltung. Im Interview spricht sie über die kontinuierliche Entwicklung des Rollstuhltennis und erfolgreiche Inklusionsarbeit im Verein.

Frau Dr. Loddenkemper, wann kamen Sie zum ersten Mal mit dem Rollstuhltennis in Kontakt?

Dr. Beate Loddenkemper: Das war im Jahr 1992, als auf der Anlage des TC Rot-Weiß Berlin noch das WTA-Turnier ausgetragen wurde. Damals gab es eine Rollstuhltennis-Demonstration, die mich fasziniert hat. Meine Recherchen ergaben, dass es an der Freien Universität Berlin unter Leitung von Frau Prof. Dr. Gudrun Doll-Tepper und an der Integrativen Gesamtschule in Lankwitz bereits Rollstuhltennisgruppen gab. Das Problem war,
dass beide Gruppen aufgrund von Ferienzeiten und Hallenproblematiken nicht kontinuierlich spielen konnten und auf der Suche nach einem geeigneten Verein waren. Als Sportwartin des SV Zehlendorfer Wespen habe ich den Kontakt zwischen den Rollstuhltennisspielern und dem Verein hergestellt.

Wie gestalteten sich die Anfänge?

Dr. Beate Loddenkemper: Wir haben die ersten Rollstuhltennisspieler noch im selben Jahr, also 1992, aufgenommen. Zu Beginn verfügten wir nicht über eine Anlage, die behindertengerecht ausgebaut war. Das wurde erst mit dem Neubau am jetzigen Vereinsstandort möglich. Also haben wir die Rollstuhltennisspieler anfangs die Treppen hinauf- und hinuntergetragen. Das war für uns und unsere Mitglieder ganz normal.

Inklusion wird in Ihrem Verein bis heute intensiv gelebt.

Dr. Beate Loddenkemper: Ja, das stimmt. Wir haben sechs verschiedene Trainingsgruppen, von denen einige inklusiv spielen. Das heißt, dass Kinder und Jugendliche mit und ohne Handicap gemeinsam die Sportart Tennis erlernen. Wie bei den Fußgängern trennen sich später die Wege in Leistungs- und Breitensport. Der Kontakt bleibt natürlich bestehen und nicht selten toben sich nach den Trainingseinheiten alle gemeinsam im Schwimmbad aus.
Unsere Angebote für Kinder und Jugendliche mit Down Syndrom sind ebenfalls stark nachgefragt, auch von extern. Aufgrund von Platz- und Trainerkapazitäten können wir jedoch nur noch Vereinsmitglieder berücksichtigen. Diese erhalten Vergünstigungen auf den Beitrag und die Trainerstunden. Unsere Mitglieder sind stolz, dass wir das Wort Inklusion aktiv mit Leben füllen.

Auch der Spitzensport hat in Ihrem Vereinskonzept einen festen Platz. Wie unterstützen Sie die Rollstuhltennisspieler?

Dr. Beate Loddenkemper: Mit Katharina Krüger, Steffen Sommerfeld, Sven Hiller und den Zwillingen Markus und Max Laudan haben wir fünf Rollstuhlspieler der deutschen Rangliste unter unseren Mitgliedern. Diese Leistungssportler werden über unseren Förderkreis unterstützt, so dass für Vereinsbeiträge und Trainingseinheiten keine Kosten anfallen und die Turnierreisen unterstützt werden können. Es ist etwas Besonderes, die Spieler im Verein aufwachsen zu sehen. Katharina Krüger, die sich in den letzten Jahren fest unter den Top 10 des ITF Wheelchair Rankings etabliert hat, war das erste Mal mit vier Jahren bei uns auf der Anlage. Zwei Jahre später war sie groß genug, das Rollstuhltennis zu erlernen und mit zwölf Jahren konnte sie dank einer Sondergenehmigung der ITF erstmals ein internationales Turnier bestreiten.

Und im vergangenen Jahr vor heimischem Publikum zum dritten Mal den Titel bei den German Open Wheelchair Tennis gewann, einem Turnier, das über viele Jahre durch Ihren persönlichen Einsatz geprägt wurde. Wie sehen Sie die Entwicklung der Veranstaltung?

Dr. Beate Loddenkemper: In den vergangenen 29 Jahren haben sich die German Open kontinuierlich weiterentwickelt. Sie kamen nach Stationen in Bonn, München und Essen im Jahr 2011 nach Berlin und werden nun im jährlichen Wechsel auf den Anlagen des SV Zehlendorfer Wespen und des Berliner Tennis- und Tischtennisclub Grün-Weiß ausgetragen. Ohne die Unterstützung des Berliner Senats wäre die Durchführung eines ITF 2-Events nicht möglich. Das ehrenamtliche Organisationsteam um Turnierdirektor Martin Melchior wird seit diesem Jahr durch hauptamtliche Mitarbeiter des LSB Berlin unterstützt, was die Professionalisierung weiter vorantreibt. So können nun auch neue Medien bedient und Konzepte zur Sponsorenakquise ausgearbeitet und umgesetzt werden. Ein erster Erfolg ist, dass wir die NÜRNBERGER Versicherung als Nationalen Partner der Veranstaltung gewinnen konnten. Die German Open haben eine Zukunft und das ist für mich als ehemalige Turnierdirektorin schön zu sehen.

Hinter den German Open Wheelchair Tennis steht für Ihren Verein ein hoher organisatorischer Aufwand. Gestaltet sich die Gewinnung von Helfern schwierig?

Dr. Beate Loddenkemper: Nein, ganz im Gegenteil. Ob Turnierbüro, Fahrdienst, Einfahrtkontrolle – all diese Bereiche werden ehrenamtlich von Mitgliedern besetzt. Die Kinder und Jugendlichen reißen sich regelrecht darum, bei der Veranstaltung dabei zu sein. Wir haben alleine 40 bis 50 Ballkinder auf der Anlage, die im Vorfeld eine zweitägige Schulung absolvieren. Sie sind auf dem Platz hochmotiviert und konzentriert. Am Abend ist es für sie ein Highlight, sich in die Rollstühle der Spieler setzen zu dürfen und im Korso in die Tennishalle zu fahren.

Die aktuellen Rollstühle haben nicht mehr viel gemein mit den Modellen, die noch vor wenigen Jahren genutzt wurden. Wie wirkt sich diese Veränderung auf das Spiel aus?

Dr. Beate Loddenkemper: Die Rahmen der Rollstühle werden heute aus Carbon gefertigt. In der Folge sind die Rollstühle leichter und wendiger geworden. Insgesamt ist das Spiel deutlich schneller und aggressiver als früher. Dies hat zur Folge, dass die Spieler athletischer sein müssen.
Konditions- und Fahrtraining haben an Bedeutung gewonnen. Auch das Umfeld der Spieler hat sich professionalisiert. Es gibt kaum internationale Teilnehmer, die ohne Coach anreisen.

Es ist beeindruckend, welche Leistungen die Spieler bei den German Open Wheelchair Tennis zeigen und wie positiv die Stimmung auf der Anlage ist.
Gibt es eine Botschaft, die Sie an potentielle Zuschauer senden möchten?

Dr. Beate Loddenkemper: Ja, die Gelegenheit nutze ich gerne. Wir vermitteln schon unseren jüngsten Mitgliedern unsere Maxime. Diese lautet kurz und knapp: Mitleid braucht keiner. Wie jeder andere Sportler auch, möchten die Rollstuhltennisspieler, dass ihre Leistung anerkannt wird und sie im Verein und in der Gesellschaft angenommen werden. Sie haben ein großes Publikum verdient. Und wer schon einmal Zuschauer bei unserem Turnier war, der weiß: Die Lebensfreude, die man dort spürt, ist bereichernd. Der Weg zu den German Open Wheelchair Tennis lohnt sich.

Das Interview führte Frau Dr. N. Schwägerl

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