Nach drei Jahren intensivem Training war es (mit dem, was diese Sportart so besonders macht) endlich soweit: die erste Hockeyfahrt mit Übernachtung stand an. Voller Vorfreude trafen sich sechzehn 2010er am Samstag früh im Wespennest um mit John, Axel, Jan, Christian und nochmal Jan das Abenteuer Hockeyfahrt anzugehen. Kaum losgefahren waren wir 90 Minuten später schon am Spielort, dem an diesen Tagen fast steppenartigen Osternienburg.

Dort warteten auf uns zwei Knaben D Mannschaften und zwei Mädchen C Mannschaften, die es zu besiegen galt. Und das – soviel sei vorweggenommen – gelang uns ganz ausgezeichnet. Beide Wespen-Mannschaften gewannen ihre Spiele gegen die C-Mädchen klar mit 4:0 und 2:0. Gegen die D-Knaben vom OHC und CHC gab es einen Sieg und ein Unentschieden.

Was allerdings dann kam, war für viele deutlich spannender als die Spiele zuvor. Der Großteil der Jungs hatte schließlich bis dahin weder in einem Zelt geschlafen noch waren sie auf irgendwelchen Gruppenfahrten. Es begann mit dem gemeinsamen Zeltaufbau. Anders als die Profis aus Bayern hatten wir jedoch weder einen Weber-Grill noch einen genauen Plan wie die Zelte und Autos am besten stehen könnten. Wir beschlossen, dass wir als Berliner ja einen Ruf zu verteidigen haben und bauten im Stile einer echten Wagenburg quer durcheinander unsere Zelte auf. Ob das die Jungs dazu animierte, Ihre Sachen grundsätzlich überall hinzuwerfen ist nicht bewiesen, jedoch liegt die Vermutung nahe.

Bis zum Schlafengehen verbrachten wir unsere Zeit mit allerlei Aktivitäten wie einem Mega-Ball, dem ein oder anderen WM-Spiel sowie Open-Air-Bowling und natürlich Fußball. Nach dem gemeinsamen Zähneputzen hieß es dann in die Zelte zu klettern. Und wer weiß, wären wir nicht von großen Käfern “angegriffen” worden, vielleicht hätten die Jungs nicht volle drei Stunden für das Einschlafen gebraucht;-)

Wie sehr man sich den tiefen Schlaf eines Kindes wünscht, davon können die Betreuer ein Lied singen. Denn an Schlafen war bei lauter Musik nicht zu denken. Und wurde es kurzzeitig mal leiser rief es von irgendwoher “mama lauda”. Doch auch wir können lauda. So beschlossen die Jungs am nächsten morgen um 6:30 Uhr zwischen allen Zelten ein Fußballmatch auszutragen. Guten Morgen.

Die verbleibenden Hockeyspiele am Sonntag wurden bis auf ein Unentschieden alle gewonnen, so dass wir mit beiden Mannschaften sechs Siege und zwei Unentschieden einfuhren. Das logische Ergebnis waren der erste und zweite Platz. Mit stolzen Medaillen um den Hals ging es dann schnell nach Hause, denn dort wartete das erste WM-Spiel Deutschlands auf uns.

Und hier noch die Einzelkritik:

Jacob: Bissig auf der linken und rechten Abwehrseite lies er fast nie einen Gegenspieler vorbei.
Oskar: Stark am Ball, stark im Zweikampf und stark vor dem Tor.
Nicolas: Hat sich in der Offensive mit einem absoluten Willenstor selbst belohnt.
Freddi: Räumt einfach alles ab. An ihm kommt immer nur entweder der Gegner oder der Ball vorbei. Niemals beides aber immer fair.
Jonathan: Stand dreimal im Tor und immer zu null. Und auch draußen immer verlässlich.
Cornelius: Meist hinten rechts, kein einziges Gegentor wenn er auf dem Platz stand. Sicherer Rückhalt.
Max: Mit viel Offensivdrang über rechts und einem herrlichen Tor mit der argentischen Rückhand die personifizierte Torgefährlichkeit.
Lasse: Wusste seine Chancen zu nutzen und stand häufig goldrichtig. Torschütze vom Dienst.
Otto: Überall einsetzbar und überall stark. Den will man bei sich in der Mannschaft haben.
Titus: Der Dauerläufer der Wespen. Jeder Schrittzähler wäre bei dieser Geschwindigkeit überfordert.
Henri: Der Messi der Wespen. Dribbelt jedem Gegner einen Knoten in den Schläger und kämpft bis zur völligen Erschöpfung.
Tilmann: Mehr Engagement geht nicht. Mit großen Schmerzen half er seiner Mannschaft noch zu einem Sieg im letzten Spiel.
Milo: Hinten eine Bank. Mit Übersicht und Ruhe eine echte Stütze.
Benjamin: Hat die härteste Klebe in der Mannschaft. Schrubbt über den ganzen Platz und leitete ein ums andere mal gefährliche Angriffe ein.
Frido: Im Tor ein wichtiger Rückhalt. Auch draußen ohne Fehl und Tadel. Einfach sicher.
Leo: Knipser im entscheidenden Spiel. Ansonsten mit vielen ganz starken Moves.

Spieler des Turniers: die Mannschaft;-)

Es hat Spaß gemacht und war sicher nicht unser letzter Ausflug…

Jan

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