Eine wunderbare, spannende und höchstklassige Hallensaison haben die Jungs vollbracht. In ihrer Gruppe in der Berliner Meisterschaft haben sie alle 8 Spiele mit 23 Toren bei nur einem einzigen Gegentor gewonnen. Bei der Ostdeutschen Meisterschaft wurden Blau-Weiß und Köthen mit 6:0 und 1:0 geschlagen, im Halbfinale TuSLi mit 2:1 bezwungen und erst im Finale musste gegen den ewigen Konkurrenten vom BHC eine Niederlage hingenommen werden, die mit 1:4 nur die zählbaren Ergebnisse wiedergibt.

Extrem an die Nerven ging dann die Nordostdeutsche Meisterschaft. Zwar gab es zunächst die erwartete Niederlage gegen Alster als Gastgeber. Der Matchplan ging aber auf, weil nach einem 1:1 gegen Sachsenwald mit dem knappest möglichen 1:0-Sieg gegen Hannover das Halbfinale und damit die Chance für die Deutsche Meisterschaft erreicht wurden. Gegner war als erster der anderen Gruppe wieder einmal der BHC. Dieser schoss zwar auch das erste Tor, biss sich dann aber an der disziplinierten Wespenabwehr die Zähne aus und unsere Jungs konnten mit einem Tor durch Malte zum Endstand 1:1 gleich ziehen. Das führte dann nach der jüngsten Regeländerung zum ersten Shootout für die Jungs, Betreuer und Eltern. Was für eine Spannung!

Für den ersten Penalty der Wespen läuft Julius F. zunächst frontal auf den TW zu, täuscht links an, dreht nach rechts, schießt, trifft den Pfosten, Julius setzt mit dem Abpraller nach, wobei ihm der TW auf den Schläger haut: 7er. Julius bleibt ruhig, schießt nach links außen, halb hoch: 2:1. Der erste BHC-Versuch läuft auch über halb links, der Stürmer dreht sich vor Jakob um, täuscht, dreht sich schnell auf die Vorhandseite und schießt ins lange Eck: 2:2. Dann läuft Julius B. an, täuscht auch nach links, dreht sich und weicht nach rechts aus vom TW weg, täuscht einen Schuss an und schießt dann am TW vorbei ins Tor, leider aber ganz kurz nach Zeitablauf und Pfiff, was nicht alle Wespenfans gleich gemerkt habe. Der BHC versucht es wieder zunächst über die linke Seite, wo der Stürmer den Ball stoppt und wo ihn Jakob im Hechtsprung wegschnippt. Für die Wespen läuft dann Jasper an, der auch wieder nach links geht, aber nach rechts antäuscht und mit der Rückhand links am Torwart vorbei schießt, leider aber auch knapp am Tor vorbei. Der letzte Versuch des BHC beginnt nach dem Anstürmen wieder mit einer Drehung nach links, wo Jakob erneut den Ball wegspitzeln kann, der aber noch im Schusskreis bleibt, so dass Stürmer und Torwart nachsetzen. Der Stürmer ist beweglicher, kommt noch an den Ball, kann ihn aber vor dem Abpfiff nicht mehr rechtszeitig aufs Tor bekommen. Also Shoot-Out-Verlängerung, wobei nun der BHC beginnt, wieder mit seinem ersten und bislang allein erfolgreichen Stürmer. Der versucht denselben Trick nochmal, ist aber etwas langsamer und unser Torwart schneller, der jetzt das lange Eck zumacht. Aus der ausgeführten Drehung kann der Angreifer nicht mehr schießen, er muss vom Tor weg, Jakob spitzelt den Ball noch etwas weg, der Stürmer kommt noch mal an den Ball, schießt und Jakob wehrt ab. Nun also wieder Julius F. Er will diesmal mit Schwung auf der linken Seite am Torwart vorbei, der herausstürzt und mit einem kräftigen Schlag ein Schlägerfoul begeht: Wieder 7er. Julius bleibt eiskalt und haut das Ding diesmal rechts flach, aber wieder unhaltbar ins Tor: 3:2!

Jubel! Die Fahrkarte zur Deutschen Meisterschaft war gelöst und das über einen Sieg gegen die BHCler, wobei im Ticker zum Stolz der Eltern und Vereinsführung besonders das faire Verhalten der Wespen gegenüber ihrem Gegner gelobt wurde.

Die Endrunde der Deutschen Meisterschaft wurde in Lübeck von Phönix veranstaltet, die es ohne eigene Mannschaft perfekt und persönlich organisierten. Die Halle war riesig und bot auf zwei Tribünen Platz für über dreitausend Zuschauer, auch wenn nicht ganz so viele dort waren. Die Begeisterung der Zuschauer war groß und es wurde alles geboten, was ein tolles Turnier ausmacht: Gute Musik, ein reichhaltiges Buffet, klare Ansagen vor und während der Spiele, die Begrüßung aller Spieler mit Namen und Nummer, für jede Mannschaft eine spezielle Torhymne, die die Jungs vorher aussuchen konnten, der bekannte Life-Ticker ergänzt durch eine Live-Übertragung aller Spiele über YouTube, ein mannsgroßer Weißkopfadler namens „Schlenzi“ als Lübecker Maskottchen, Einlaufkinder beim Finale, Flagge und Nationalhymne und schließlich eine würdige Siegerehrung.

Aber zum Verlauf: In ihrer Gruppe mussten sich unsere Jungs gleich als erstes mit den gefürchteten Mülheimern auseinandersetzen. Doch die Jungs hielten nicht nur tapfer, sondern erfolgreich dagegen und schafften bis zur Halbzeit tatsächlich ein Unentschieden mit 1:1. Und hätte dann beim Stand von 1:2 das 2:2 gegolten und wäre kurze Zeit später der Stockschlag nicht gegen die Wespen, sondern gegen die Mülheimer gepfiffen worden… hätte, hätte, Fahrradkette…Die Mülheimer siegten 3:1. Die Jungs gaben damit aber noch nicht auf, sondern hofften wie in Hamburg auf die beiden weiteren Spiele. Leider ging dann das Spiel gegen den erwartet schwächsten Gegner, die Stuttgarter Kickers, mit 0:1 verloren. Hier wäre mehr drin gewesen und das nahmen die Jungs schwer. Im dritten Spiel dann, bei dem keine Chancen mehr für das Halbfinale bestanden, lief es zunächst entsprechend, aber die Jungs nahmen sich noch einmal wirklich zusammen, kämpften und schafften mit Anstand gegen die Frankfurter ein 3:4. Das letzte Spiel am Sonntag ging dann nur noch um Platz 7. Auch dort gaben die Jungs wirklich ihr Bestes, und hätten auch hier mit ein wenig Glück gewinnen können. Es verblieb jedoch bei einem 1:1, sodass der siebte Platz geteilt werden konnte. Danach wurde nur noch entspannt zugeschaut, wobei jedenfalls einer der Jungs erzählt hat, dass er das noch einmal erleben möchte, aber mit Einmarsch zum Finale mit den Kindern.

Dass die A-Knaben nicht in einer leichten, sondern in der schweren Gruppe gelandet waren, zeigte sich schließlich daran, dass sich die Gruppengegner Mülheim und die Frankfurt noch einmal im Finale begegneten, nachdem sie die Hamburger geschlagen hatten. So kann festgestellt werden, dass der mögliche Eindruck einer Enttäuschung nur daher käme, dass die Jungs jederzeit auf Augenhöhe mitgespielt haben und durchaus Chancen auf mehr hatten. Und es kann festgestellt werden, dass dem aktuellen A-Knaben-Meister, dem SC Frankfurt 1880 (Glückwunsch!) keine andere Mannschaft im Turnier so viele Tore eingeschenkt hat wie die Zehlendorfer Wespen. Dieses positive Ergebnis zählt: Weiter so und viel Erfolg! Es macht riesigen Spaß, Euch zuzusehen.

(Verfasser: Familie Reske)

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