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Mit einem Lächeln aus der Feld-Jugend (in die Halle): Die weibliche U18 holt Bronze bei der Deutschen Meisterschaft

Nach souveränem Gewinn der Berliner Meisterschaft  und Siegen im Viertel- und Achtelfinale bei der auf eigenem Platz ausgetragenen Zwischenrunde  ging es für die letzten beiden Saisonspiele der wU18 - für den 05er Jahrgang: die letzten Jugendspiele auf dem Feld - zur Endrunde der Deutschen Meisterschaft beim Harvestehuder Hockey- und Tennis- Club. Wie bereits schon bei der Zwischenrunde, war auch hier kurz eine Überschneidung zu überdenken, denn die 1. Damen hatten am Samstag quasi fast zeitgleich, ebenfalls beim HTHC, ein Punktspiel zu absolvieren - aber auch hier fiel die Entscheidung zugunsten der Jugend, was, wie sich zeigen sollte, einem Drei-Punkte-Ausflug der 1. Damen keineswegs entgegenstehen sollte...

 

Die Rahmenbedingungen für die deutsche Meisterschaftsendrunde der wU18 hielten sich sehr in der Waage. Kurz vor Anpfiff des Halbfinal-Spiels zwischen dem gastgebenden HTHC und den Wespen konnten unsere Bundesliga-Damen einen eindrucksvollen Sieg über den HTHC verzeichnen. Das beflügelte. Auch das proverbiale norddeutsche 'Schietwetter' hatte vor Spielbeginn eine kleine Pause eigelegt, was allerdings die für eine Endrunde deutlich suboptimalen Platzverhältnisse bestenfalls im homöopathischen verbesserte. Auf dem schwammigen braun-blauen Matsch-Kunstfasergemisch des HTHC lieferten sich die Wespen mit den Gastgeberinnen zunächst eine erste Halbzeit auf Augenhöhe, bei der weder die Wespen noch der HTHC etwas zählbares verbuchen konnte. Die zweite Halbzeit begann, wie die erste aufhörte. Das Spiel wurde jedoch zunehmend intensiver, die Teams schenkten sich keinen Zentimeter. Aber die Wespen-Verteidigung um Mia Montag ließ nichts anbrennen. So richtig in Fahrt kam die Partie dann in der 56. Spielminute: Im Nachgang einer kurzen Ecke des HTHC entschieden die Unparteiischen (eher kontrovers) auf einen Siebenmeter, mit dem drei Minuten vor Abpfiff die 1:0-Führung des HTHC einherging. Die Entscheidung erwies sich glücklicherweise nicht als spielentscheidend: Die Wespen waren nun wachgerüttelt und fingen an, auf Betriebstemperatur zu kommen und ihre individuelle Klasse auf die Platte zu bringen. Mit Wahnsinns-Druck auf den Schusskreis des HTHC wurde im Null-Komma-Nichts eine Ecke erarbeitet, die Friederike Seifert per Ablage souverän einnetzte. Mehr war aufgrund der tickenden Uhr leider nicht drin - die reguläre Spielzeit endete mit einem 1:1. Im anschließenden Shoot-Out konnten Lena Keller, Mia Montag und Friederike Seifert routiniert ihre Penalties verwandeln; der HTHC, der am nächsten Tag den Blauen Wimpel entgegennehmen sollte, brachte jedoch einen Penalty mehr über die Linie, so dass es - durchaus frustriert - zurück ins Hotel ging, um sich auf das Spiel um den dritten Platz vorzubereiten.

 

Das letzte Saisonspiel gegen die wU18 des SC Frankfurt 1880, die ihr Halbfinale gegen den Club Raffelberg knapp mit 0:1 verloren hatten, war zunächst von vielen Ballverlusten im Mittelfeld geprägt, die Frankfurt immer wieder in die Wespen-Hälfte einluden. Die ansonsten vor allem defensiv eingestellten Frankfurterinnen kamen so im zweiten Viertel gleich zu mehreren Kurzen Ecken, die allerdings allesamt entschärft werden konnten - generell waren die Wespen-Torfrauen Franziska Hagen und Johanna Balks über das Turnier (und die Saison hinweg) nur äußerst selten in Verlegenheit zu bringen. Es sollte dauern, aber in der zweiten Halbzeit konnten die Wespen schließlich an das Niveau der letzten Spielminuten gegen den HTHC anschließen: Eine Ablagen-Strafecke (Anouk Frick mit blitzschneller Reaktion am langen Pfosten) zeitigte fünfeinhalb Minuten vor Abpfiff das erlösende erste Tor des Spiels. Der Knoten war geplatzt. Frankfurt war jetzt ins Pressing gezwungen, die Räume öffneten sich, und die Wespen konnten sich noch zwei sehenswerte Großchancen erspielten, die allerdings ohne Einfluss auf die Anzeigetafel blieben. Schlussendlich bleibt es beim 1:0 und einem Sieg im letzten Turnierspiel.

 

Wie ein mitreisender Wespen-Papa es nicht treffender hätte formulieren können: Mit einem Lächeln im Gesicht verabschiedet sich die wU18 der Zehlendorfer Wespen als drittplatziertes Team in Deutschland aus der Feldsaison 2023 - und der 05er Jahrgang aus der (Feld-)Jugend!

 

Viel Zeit für Nostalgie blieb freilich nicht, denn die Hallen-Saison stand unmittelbar bevor. Während die wU18 der Wespen in dieser Jahrgangs-Kombination die amtierenden Deutsche Hallen-Meisterinnen sind, reichte ein Blick in die Damen- und Jugendspielpläne um zu realisieren, dass die für den 05er Jahrgang letzte Hallensaison problematisches Stückwerk werden würde. Nicht nur lagen (und liegen) fast alle Jugendspieler parallel zu Spielen der 1. Damen, bei denen immer ein paar Jugendspielerinnen aktiv sind. Darüber hinaus war klar, dass aufgrund des frühen Starts der 1. Feld-Bundesliga, bei der eine noch größere Anzahl von Jugendspielerinnen dabei ist, eine spät liegenden Jugend-Endrunde nicht so wirklich in die Vorbereitung integrierbar sein würde. Mit Mia Montag - und der nachfliegenden Lena Keller - weilten darüber hinaus zwei Jugendspielerinnen in Santiago de Chile. Trotz der widrigen Umstände sollte sich aber schnell zeigen, dass auf die breite Jugendförderung der Wespen durchaus Verlass ist.

 

Auch wenn es personell - die Krankheitswelle tat ein übriges - immer wieder zu Umstellungen im Team kam, konnte unsere wU18 in der bereits abgeschlossenen Hinrunde Siege gegen den Großteil der anderen endrundenberechtigten Teams verzeichnen: 3:1 gegen den Berliner HC, 2:1 gegen die Spielgemeinschaft Rotation Prenzlauer Berg und 3:1 gegen den Berliner SC; einzig gegen TuS Lichterfelde ließen die Wespen knapp Punkte liegen (1:2). In der bereits angelaufenen Rückrunde konnten sich die Wespen erneut 3:1 gegen den Berliner HC durchsetzen; im Spiel gegen TuS Lichterfelde wurden die Punkte geteilt - lediglich ein paar Millisekunden nach dem Abpfiff wollte der Ball die Lichterfelde Torlinie überrollen. Mit 19 Punkten aus den bisherigen Spielen ist die wU18 bereits jetzt für die Berliner Endrunde qualifiziert. Diese wird am 22. Januar (Halbfinale) und am 24. Januar (Finale/Spiel um Platz 3) ausgespielt werden - das Team freut sich, wenn auch diese Berliner Endrunde wieder vor größerem Publikum stattfinden kann!