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Von Nix auf 14: Wespen-Damen lösen Viertelfinalticket

Der Rückrunden-Auftakt der Wespendamen beim ATV Leipzig kurz vor den Feiertagen hatte Lust auf mehr im neuen Hockeyjahr gemacht - der Ball lief rund, Lauf- und Passwege schienen eingeschliffen, das Team 'überwinterte' auf dem ersten Tabellenplatz. Leider konnte an diese Leistung am ersten Januar-Spieltag auswärts beim TuS Lichterfelde nicht angeknüpft werden. Schon das Hinspiel war trotz spielerischer Dominanz der Wespen eine knappe Kiste gewesen (3:2). Und nach einer ersten Trainingswoche mit stark wechselndem Personal lief wenig zusammen. Zwar gingen die Wespen in einem guten ersten Viertel durch einen "Null-Winkel-Lupfer" von Alina Jäger früh in Führung, aber bereits im zweiten Viertel fingen die Wespen an, TuS Lichterfelde immer wieder durch Ballverluste und Abstimmungsprobleme in der Defensive zu gefährlichen Kontern und Kurzen Ecken einzuladen. 1:3 stand es zur Halbzeit, in der zweiten Spielhälfte wurde es nicht besser, am Ende können die Wespen durch Carlotta Hütwohl lediglich auf 2:4 verkürzen. Der bekannte Satz mit X. Gegen das ebenfalls defensiv eingestellte Team des Mariendorfer HC kamen die Wespen dann am darauffolgenden Sonntag langsam wieder in Form - und in Torlaune. Nach zehn Minuten eröffnete Friederike Seifert den Torreigen, im weiteren Spielverlauf trugen sich Carlotta Hütwohl (4), Alina Jäger (2), Lena Keller, Celine Kober und Mia Montag auf dem Scoreboard ein (Endstand 10:1).

 

Durch den Ausrutscher beim TuS Lichterfelde und deren zweiten Sieg gegen den Berliner HC schien das Auswärtsspiel gegen letzteren zu einem Entscheidungsspiel zu werde. Während dem Berliner HC ein Unentschieden reichen würde, um sich zunächst den zweiten Platz der Ostliga zu ergattern, musste bei den Wespendamen eigentlich ein Sieg her, um die Hoffnung auf einen Viertelfinaleinzug am Leben zu halten. Aber nicht nur deshalb stand ein spannendes Match ins Haus, alldieweil sich nun die beiden Teams der Ost-Liga gegenüberstanden, die am liebsten mit offenem Visier ans Werk gehen. In der schnellen und intensiven Partie waren es die Gastgeberinnen, die durch einen 7m in Führung gingen. Aber der Ausgleich durch Friederike Seifert durch eine Kurze Ecke ließ nicht lange auf sich warten. Zur Halbzeit lag der Berliner HC wieder einen Zähler vor, doch nun waren die Wespen am Drücker, glichen erneut aus (Alina Jäger) und setzten sich mit zwei Treffern ab (Lena Keller, Friederike Seifert). Der Berliner HC musste nun liefern - und glich schließlich kurz vor Schluss aus. Zwar gelang es Lena Keller und Alina Jäger in der hektischen Schlussphase noch, mit einer sehenswerten Kombination den Ball ins BHC-Netz zu bringen, aber das Tor wurde nicht gegeben, so dass es beim 4:4-Endstand blieb. Wenngleich Wespen und BHC nun punktgleich den zweiten Platz innehatten, lag der Berliner HC mit einer Tordifferenz von zehn Zählern doch deutlich vor den Wespen - entsprechend groß war die Frustration.

 

Die Tabelle vor dem letzten Spieltag bot ein sehr zweigeteiltes Bild, denn die drei potentiellen Viertelfinal-Anwärter mussten sich allesamt gegen Teams behaupten, die noch um den Klassenerhalt zittern mussten: der erstplatzierte TuS Lichterfelde war beim ATV Leipzig zu Gast, die sich punktgleich mit dem Mariendorfer HC - hier war der Berliner HC zu Gast - den letzten Tabellenplatz teilten. Die Wespendamen empfingen das Team des TC Blau-Weiss, das einen Punkt mehr als ATV und MHC aufwarten konnte. Um bei einem zu erwartenden Sieg der hoch favorisierten Lichterfelderinnen in Leipzig noch zweitplatziert ins Viertelfinale zu kommen, mussten für die Wespen zehn Tore her, am besten zuzüglich eines Tores mehr, als der Berliner HC in Mariendorf erzielen würde. Eine scheinbar rein theoretische Fragestellung. Denn nach dem Hinspiel gegen extrem defensiv spielenden Blau-Weiss-Damen (2:2 zur Pause, 4:2 Endstand) war nicht wirklich mit einem Torfestival zu rechnen. Doch genau ein solches boten die Damen einem zunehmend begeistertem Publikum. Von Anfang an drängten die Wespen mit hoher Intensität auf den tief verteidigten Schusskreis der Gäste. Und irgendwann fielen sie dann, die Tore (4x Keller, 3x Hütwohl, 3x Jäger, 3x Seifert, 1x Kober): 14:0 stand am Ende auf der Anzeigetafel. Doch neben der Tordifferenz eröffnete sich nach dem Abpfiff in Zehlendorf noch ein ganz anderes Szenario: die Damen des TuS Lichterfelde, die das Hinspiel gegen Leipzig mit 5:0 gewonnen hatten, zeigten von Beginn an Nerven und liefen Rückständen hinterher. Die kämpferischen und diszipliniert verteidigenden Leipzigerinnen brachten alles auf die Platte - und lagen im letzten Viertel mit zwei Toren vorne. In dieser heißen Endphase des letzten Spieltages stand es derweil in Mariendorf 4:0 für den Berliner HC, ein Ergebnis, das aufgrund mehr geschossener Tore auf Seiten unserer Damen bedeutet hätte, dass die Wespen als Gastgeberinnen ins Viertelfinale gegangen wären - bedeutet hätte, denn der Berliner HC erzielte quasi mit dem Schlusspfiff noch das 5:0. Daher stehen die Wespen am Ende der Hallensaison trotz der bereits an anderer Stelle geschilderten widrigen Umstände mit dem im Viertelfinale, was von Beginn an als Saisonziel ausgerufen ward, mit "Spaß an erfolgreichem Offensivhockey".

 

Das Viertelfinalspiel der Wespendamen wird am kommenden Samstag beim HTHC in Hamburg stattfinden, einem Team, das eine beindruckende und perfekte Hinrunde hingelegt hat. Die genauen Zeiten und Informationen zum Livestream werden zeitnah auf der Homepage und im Newsletter bekannt gegeben.